Gefährdungsbeurteilungen

Anhand von Gefährdungsbeurteilungen müssen (s. gesetzliche Grundlagen) Unternehmen die konkreten Gefährdungen im Betrieb ermitteln und bewerten. Damit haben die Betriebe die Möglichkeit, nicht allein nach Vorschriftenlage oder erst nach einem Unfall zu reagieren: Sie sollen Gefährdungen gezielt abstellen und rechtzeitig geeignete Maßnahmen zum Arbeitsschutz ergreifen.

Unterstützung können Sie durch den für Ihren Betrieb zuständigen Technischen Aufsichtsbeamten (TAB), aber auch durch uns erhalten.

Bei Bedarf oder Interesse wenden Sie sich über Kontakt an uns.

 

Gesetzliche Grundlage für Gefährdungsbeurteilungen:
Pflichten des Arbeitgebers

1. EG-Richtlinie über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Si-cherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit (89/391/EWG) Artikel 6 Allgemeine Pflichten des Arbeitgebers

(3) Unbeschadet der anderen Bestimmungen dieser Richtlinie hat der Arbeitgeber je nach Art der Tätigkeiten des Unternehmens bzw. Betriebs folgende Verpflichtungen:

a) Beurteilung von Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer, unter anderem bei der Auswahl von Arbeitsmitteln, chemischen Stoffen oder Zubereitungen und bei der Gestaltung der Arbeitsplätze. Die vom Arbeitgeber aufgrund dieser Beurteilung getroffenen Maßnahmen zur Gefahrenverhütung sowie die von ihm angewendeten Arbeits- und Produktionsverfahren müssen erforderlichenfalls - einen höheren Grad an Sicherheit und einen besseren Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer gewährleisten; - in alle Tätigkeiten des Unternehmens bzw. des Betriebes und auf allen Führungsebenen einbezogen werden; 

 

2. Arbeitsschutzgesetz              § 5  (1) Beurteilung der Arbeitsbedingungen

Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit ver-bundenen Gefährdungen zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. 

§ 6  (1) Dokumentation

Der Arbeitgeber muss über die je nach Art der Tätigkeit und der Zahl der Beschäftigten erforderlichen Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, der von ihm festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung ersichtlich sind.  

 

3. Bildschirmarbeitsverordnung      § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen

Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber bei Bildschirmarbeitsplätzen die Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen insbesondere hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie körperlicher Probleme und psychischer Belastungen zu ermitteln und zu beurteilen.